WordPress vs. Typo3: Was ist das bessere CMS?

27. Mai 2021
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Es ist die Gretchenfrage in der Webentwicklung: Welches Content-Management-System wird meinen individuellen Projektanforderungen gerecht? Bei der Entscheidungsfindung zwischen WordPress oder Typo3 müssen verschiedene Fragestellungen und Aspekte berücksichtigt werden. Wir haben beide Systeme für dich unter die Lupe genommen und die Vor- und Nachteile beider Systeme im deutschsprachigen gegenübergestellt.

Warum brauche ich überhaupt ein CMS?

Ein Content-Management-System ist heute im Grunde genommen der Goldstandard in der Webseiten-Erstellung. Es bietet Unternehmen die nötige Flexibilität, sich zu verändern, ohne dass jedes Mal eine neue Webseite gebaut werden muss.

Gründe für ein Content-Management-System

  • Flexibel skalierbar
    Die Homepage wächst mit einem CMS einfach mit und kann flexibel auf die Veränderungen reagieren. Inhalte lassen sich einfach selbst verwalten. Zudem schätzen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen die schnellen Anpassungs- und Aktualisierungsmöglichkeiten. Wenn ein Termin oder ein neues Produkt angelegt werden muss, dann kann der Verantwortliche dies einfach selbst tun. Das spart sowohl Zeit als auch Kosten für die Aktualisierung der Webseite.
  • Geringe laufende Kosten
    Sowohl WordPress als auch Typo3 ist eine Open Source Lösung. Lediglich dann, wenn Wartungs-Updates eingespielt, neue Design-Vorlagen oder Templates erstellt oder technische Fehler bereinigt werden müssen, sind die Leistungen einer Internetagentur gefragt.
  • Keine Programmierkenntnisse
    Inhalte können mit WordPress oder Typo3 auch ohne Programmierkenntnisse ganz einfach selbst hinterlegt werden.
  • SEO- und Online Marketing Tools
    WordPress bietet auch für das Online Marketing spannende Tools und SEO Plugins an. Mit Plugins wie zum Beispiel Yoast SEO kannst du deine Seite auch als Anfänger fit machen für die Google-Suche.
  • Trennung von Inhalt und Design
    Zu den größten Vorteilen eines CMS gehört die Trennung von Inhalt und Gestaltung. Während das Layout separat per CSS definiert und gesteuert wird, kannst du davon komplett unabhängig deine Texte erstellen. Diese passen sich dann automatisch in den vordefinierten Seitenbereich ein.

Was sollte ein CMS können? Darauf solltest du bei der Auswahl achten

Um dich zwischen WordPress und Typo3 entscheiden zu können, solltest du zunächst die Kriterien definieren, die dir beim Aufbau und der Pflege deiner Seite wichtig sind. Wir haben dir einige Anhaltspunkte zusammengestellt, über die du dir vorab Gedanken machen solltest.

Benutzerfreundlichkeit

Die meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen haben keine Kapazitäten dafür, eigene WordPress oder Typo3 Entwickler einzustellen. Oftmals wird ein Mitarbeiter mit der Pflege und Aktualisierung der Seite betraut, der keine umfangreichen Programmierkenntnisse besitzt. Umso wichtiger ist eine intuitive Bedienbarkeit des Content Management Systems.

Multilingualität

Du solltest dir von vornherein überlegen, ob du deine Seite nur in einer oder in mehreren Sprachen anlegen möchtest. Sowohl WordPress als auch Typo3 bieten dafür die Voraussetzungen. In Typo3 ist das Instrumentarium dafür bereits im System integriert. WordPress stellt dagegen verschiedene PlugIns zur Verfügung .

Webseite oder Onlineshop?

Es ist heute mit dem richtigen CMS problemlos möglich, einen Onlineshop in eine Webseite zu integrieren. Dafür musst du dich vorab aber für das richtige Content-Management-System entscheiden. Für WordPress gibt es zahlreiche Erweiterungen wie WooCommerce oder Stripe, die problemlos in eine bestehende Seite integriert werden können. Typo3 ist dagegen nicht als CMS für einen Onlineshop ausgelegt, auch wenn es hier ebenfalls Erweiterungs-Möglichkeiten gibt.

Erweiterungsmöglichkeiten

Oftmals beginnt man kleine WordPress Projekte oder Typo3 Seiten, die sich dann in komplexere Projekte verwandeln. Umso wichtiger ist es, dass CMS flexibel erweitern zu können. Schau dir also vorher genau an, welche Plugins zur Verfügung stehen und ob die Erweiterungs-Tools deinen Ansprüchen gerecht werden können.

SEO-Optionen

Die meisten Webseiten werden heute mit dem Anspruch erstellt, dass sie gute Ranking-Platzierungen erreichen. Die Suchmaschinenoptimierung erfordert im 21. Jahrhundert aber sehr viel Know-how und Fachwissen. In den meisten Fällen gibt es sehr viele Anwärter für Platz 1 – Du musst den Suchmaschinen also gute Argumente liefern, warum sie deine und nicht die anderen Seiten ganz oben anzeigen sollten. Moderne CMS-Systeme bieten schon eine hervorragende Unterstützung für die SEO-Optimierung deiner Seite an.

Sicherheit

Die Sicherheit deiner Webseite sollte einen vordersten Platz in deiner Prioritätenliste besetzen. Hat das CMS Sicherheitslücken, dann wird es Hackern leicht gemacht, die Seite zu knacken. Du hast dann nicht nur den Schaden eines Seitenausfalls, sondern erleidest unter Umständen auch noch einen schweren Image-Verlust, wenn die Daten deiner Kunden gestohlen werden. Sowohl Websites mit WordPress als auch mit Typo3 sind sehr sicher, wenn du dich an die empfohlenen Sicherheitsregeln hälst.

Technologie und Aktualisierung

Damit sich die Seite technisch und auch in Sachen Sicherheit immer an die aktuellen Web-Anforderungen anpasst, sind regelmäßige Updates und Aktualisierungen nötig. Wenn du dich für ein CMS entscheidest, dann prüfe vorher, ob und in welchen Abständen solche Aktualisierungen vorgenommen werden.

Support

Bei der Webseiten-Erstellung und Pflege entstehen häufig Fragen, die nicht gleich an eine Internetagentur weitergeleitet werden müssen. Oftmals reicht es schon aus, die Community um Unterstützung zu bitten. Du solltest also vorab genau ansehen, wie aktiv die Gemeinde deines Wunsch-CMS ist.

Was ist besser: WordPress oder Typo3?

Du stehst gerade vor der Entscheidung, ob du WordPress oder doch lieber Typo3 für dein Web-Projekt nutzen möchtest? Dafür stellen wir dir die beiden Systeme im Folgenden in einen direkten Vergleich nebeneinander und fassen die Vor- und Nachteile zusammen.

WordPress: Das intuitive CMS für mittlere und größere Unternehmen

WordPress wurde einst als Blog-System entwickelt. Dementsprechend haben Anwender sehr viele Möglichkeiten zur Kategorisierung der Inhalte. Außerdem ist dieses CMS aus dem Anliegen heraus entstanden, dass auch Anwender ohne IT-Kenntnisse sich ihren Blog und später auch Webseiten selbst erstellen können. Heute kann WordPress auch für sehr komplexe Internet-Projekte genutzt werden.

Die WordPress-Vorteile auf einen Blick 

Gutenberg Editor

Im Hinblick auf den Bedienkomfort punktet WordPress vor allem mit dem Gutenberg-Editor. Du kannst hier intuitiv verschiedene Content-Elemente anlegen wie zum Beispiel Listen und Textblöcke, du kannst Inhalte verlinken und per Drag and Drop hin- und herschieben. Auch die eigenen Felder (Advanced Custom Fields) kann du flexibel bauen und musst dich nicht mehr durch die Steuerelemente forsten.

Sehr viele vorgefertigte Themes

WordPress bietet eine unschlagbar große Anzahl an Themes, die als Design-Basis verwendet werden können. Es stehen für fast alle Branchen und Design-Wünsche bereits passende Vorlagen zur Auswahl. Vor allem in Sachen Responsive Design hat WordPress in den vergangenen Jahren Maßstäbe gesetzt. Kein anderes CMS bietet so viele Möglichkeiten im Hinblick auf Microinteractions, Parallax Scrolling oder Onepager.

Leichte Installation von Erweiterungen

WordPress macht es dir sehr leicht, Extensions und Plugins zu installieren. Über die Suchfunktion wählst du diese aus und kannst sie mit einem Klick mit deinem CMS verbinden. Zudem stehen bei WordPress auch wesentlich mehr Erweiterungen zur Verfügung als bei Typo3.

Umfangreiche Kategoriesierungs-Optionen

Wenn du für deine Seite sehr viel Content planst, dann ist WordPress auf jeden Fall das CMS der Wahl. Du kannst deine Inhalte hier hervorragend gliedern und in eigene Kategorien packen. Auch für Google ist eine aufgeräumte Seite sehr wichtig.

Geringere Kosten

Sowohl WordPress als auch Typo3 sind Open Source-Lösungen, für die per se keine Kosten anfallen. Bei der Kalkulation musst du aber noch weitaus mehr als die reinen CMS-Gebühren im Blick behalten. Bei WordPress ist sowohl die Erstinstallation, als auch die Entwicklung und Anpassung der Templates wesentlich unkomplizierter und dadurch schneller. Zwar kosten auch hier Plugins & Co ihr Geld, aber auf lange Sicht verursacht Typo3 höhere Gesamtbetriebskosten. Websites mit WordPress benötigen damit in der Regel weniger Budget als Typo3-Webseiten.

Sehr gute SEO Plugins

Aus unserer Sicht stehen für WordPress wesentlich bessere Tools und Extensions für die Suchmaschinenoptimierung zur Verfügung. Allein das Yoast SEO Plugin hat schon zahlreichen WordPress Webseiten einen echten Boost geschenkt. Zwar gibt es Yoast mittlerweile auch für Typo3, aber hier ist die Entwicklung noch nicht auf dem gleichen Stand wie bei WordPress.

Welche Nachteile hat WordPress?

Keine hierarchische Inhalts-Gliederung

WordPress bietet dir auf der einen Seite eine Vielzahl an Kategoriesierungs-Möglichkeiten für deine Inhalte an. Auf der anderen Seite sind diese Inhalte aber nicht hierarchisch geordnet. Die Seite wird im Backend nicht so abgebildet, wie sie im Frontend erscheint. Dadurch kannst du leicht auch mal die Übersicht verlieren. Erfahrungsgemäß fuchst man sich aber schnell in den Aufbau ein und findet sich dann auch gut in der eigenen Struktur zurecht.

TYPO3: Das CMS für komplexe und multilinguale Webprojekte

Typo3 steht oft im Schatten von WordPress, da die Anzahl der Installationen weitaus niedriger ist. Das Enterprise CMS wird vorwiegend für die Erstellung komplexer Seiten aufgesetzt – dann aber funktioniert es tadellos. Wer keine Programmierkenntnisse mitbringt, wird es schwer haben, sich mit Typo3 einzuspielen.

Vorteile von Typo3

Hierarchische Struktur

Ein großer Vorteil von Typo3 ist die übersichtliche Darstellung der Inhalte als Baumdiagramm. Die Seiten werden im Backend genauso abgebildet wie im Frontend. Dadurch kannst du dich wunderbar zurechtfinden. Neue Seiten anzulegen oder bestehende zu verschieben, ist auch nach drei durchwachten Nächten noch problemlos möglich.

Hohe Stabilität

Typo3 begeistert selbst bei komplexen Seiten durch eine hohe Stabilität. Selbst wenn sehr viele Erweiterungen installiert sind, läuft das System zuverlässig weiter. Große Datenmengen können von Typo3 problemlos verarbeitet werden.

Sehr vielseitige Änderungsmöglichkeiten

Die Änderungs- und Anpassungsmöglichkeiten sind bei Typo3 nahezu grenzenlos. Allerdings ist es für Laien fast nicht möglich, sie alle auszuschöpfen. Die hohe Komplexität und Flexibilität sind daher zeitgleich ein Vorteil und auch ein Nachteil dieses Content-Management-Systems.

Sehr gute Rechteverteilung

Bei sehr großen Webseiten und Projekten ist es oftmals so, dass nicht jeder Nutzer alle Zugriffsrechte haben soll. Dafür bietet Typo3 sehr feine und detaillierte Optionen der Rechteverteilung an. Du kannst hier Lese- und Schreibrechte vergeben, punktgenaue Zugriffsrechte erteilen oder Nutzungsrechte aus einzelnen Nutzungsgruppen weitervererben.

Sicherheit

TYPO3 setzt neue Standards in Sachen Sicherheit. Da WordPress wesentlich weiter verbreitet ist, bietet es auch mehr Angriffsflächen für Hacker. Beide CM-Systeme haben aber eine sehr aktive Community, die Sicherheitslücken schnell erkennt und ebenso schnell schließen kann.

ERP-Anbindung

Ein großes Plus von Typo3 ist die problemlose Anbindung an ERP-Schnittstellen, zum Beispiel von SAP. Damit ist auch die Verarbeitung größerer Datenmengen kein Problem für das CMS.

Nachteile von Typo3

Komplexes Backend

Das Backend von Typo3 ist weitaus technischer als das von WordPress. Wer keinerlei Vorkenntnisse hat, braucht einige Zeit, um sich darin zurechtzufinden. Ein Vorteil der wenig ansprechenden Listenansicht besteht aber darin, dass es die hierarchische Struktur der Seite abbildet. Dort, wo sich ein Menüpunkt im Backend befindet, ist er auch auf der Webseite zu sehen.

Schweres Einpflegen der Extensions

Um bei TYPO3 Extensions oder externe Medien einzupflegen, musst du dich mit Typoscript auskennen, der Sprache von TYPO3. Auch Fremd-Extensions, die nicht aus der Typo3 Familie stammen, können leicht Probleme machen.

Höhere Kosten

Sowohl die Erstinstallation als auch die nachträgliche Einrichtung von Plugins ist bei Typo3 aufwändiger und damit auch kostspieliger. Dies solltest du bei der Kostenkalkulation auf jeden Fall im Blick haben.

Fazit: WordPress oder Typo3 – Welches CMS ist für mich das richtige?

Wenn man es in einem Satz zusammenfassen möchte, dann ist Typo3 eher für professionelle Anwender mit Programmierkenntnissen und WordPress für Laien ausgelegt. Beide Systeme sind sowohl für einfache als auch für komplexe Projekte ausgelegt. Außerdem sind beide Systeme sicher, wenn du regelmäßig erscheinenden Updates zeitnah aufspielst. Bei extrem umfangreichen Projekten kann Typo3 die bessere Wahl sein, da die Baumstruktur dem Seitenbetreiber den Seitenaufbau transparent darstellt. Aber auch mit WordPress stellt die Umsetzung komplexer Projekte kein Problem dar. Du musst nur darauf achten, dir selbst eine Übersicht zu verschaffen. Was bedeutet das jetzt für dein Webprojekt? Bist du Profi und kennst dich in PHP aus, dann kannst du gut mit Typo3 arbeiten. Wenn du keine tiefgründigen IT-Kenntnisse hast und eine professionelle, SEO-optimierte Seite mit eigenen Mitteln erstellen möchtest, ist WordPress aus unserer Sicht die beste Wahl.

philipp
Über den Autor

Philipp Pistis ist seit 2009 Webdesigner und Programmierer. Er hat mit seinem Team bereits über 300 WordPress Projekte erfolgreich umgesetzt und teilt sein Wissen hier auf diesem Blog.

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