Google Pagespeed – Schnelle Ladezeiten als wichtiger Rankingfaktor

28. Mai 2020 Google Pagespeed - Schnelle Ladezeiten als wichtiger Rankingfaktor
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Der Google Pagespeed ist ein wichtiges Entscheidungskriterium für wirklich gute Websites und für SEO wichtiger Rankingfaktor.

Suchmaschinenoptimierung ist ein gigantischer Themenkomplex. Viele denken als erstes an SEO-Texte oder bestimmte Keywords, um im Ranking besonders gut abzuschneiden. Wie genau Google Seiten jedoch rankt ist bis heute Googles Geheimnis.

Jedoch ist mittlerweile eindeutig belegt: Die Ladezeit deiner Webseite hat einen Einfluss auf dein Ranking. Google gibt dem Pagespeed eine hohe Bedeutung für das SEO Ranking. Warum das so ist, erkläre ich dir in diesem Artikel:

Google Pagespeed als SEO-Faktor

Das oberste Prinzip bei Google ist die Kundenzufriedenheit. Google will, dass die Nutzer der Suchmaschine die besten Ergebnisse geliefert bekommen, welche so genau wie nur möglich zu deren Suche passen.

Um diese Kundenzufriedenheit zu ermitteln, misst Google ganz verschiedene Werte und Parameter. Dazu gehören zum Beispiel Verkaufszahlen, Conversion-Raten, Bewertungen und auch Absprungraten.

google pagespeed seo ranking beispiel
So sehen schnelle Ladezeiten beim Google Pagespeed aus. Getestet mit Pagespeed Insights. Dies ist eines meiner umgesetzten WordPress Projekte.

Lange Ladezeiten erhöhen die Absprungrate

Die Absprungrate ist der Grund, warum die Ladezeit der Webseite Auswirkungen auf das Google Ranking hat. Je höher die Ladezeit einer Seite ist desto mehr Besucher springen ab, egal wie gut oder schlecht das Angebot der Seite ist.

Vielleicht kennst du die Google oder Amazon Studie. Beide Unternehmen haben Studien zur Absprungrate im Zusammenhang zur Ladezeit einer Webseite veröffentlicht. Amazon stellte beispielsweise fest, dass bereits 0,1 Sekunden schnellere Ladezeit zu 1% mehr Kunden führte. Umgekehrt heißt das, die Conversionrate sinkt, um genau zu sein, sinkt diese um 7% pro zusätzlicher Sekunde Ladezeit.

Google stellte ähnliche Zahlen fest. Bereits ein Drittel der Besucher einer Seite sind nach 3 Sekunden Ladezeit abgesprungen.

Geduld gehört zu den Eigenschaften, mit denen die wenigsten Menschen gesegnet sind. Somit bleibt für dich nur die Möglichkeit: Optimiere deine Ladezeit.

Pagespeed ist auch eine Frage der User Experience

Nicht nur die Absprungrate sondern auch das Nutzererlebnis wirkt sich direkt auf das SEO Ranking aus. Ob es Spaß macht eine Webseite zu besuchen, ist ein wichtiger Faktor, ob Besucher wiederkommen.

Bei einer Umfrage gaben 80% der Befragten an, dass Sie eine langsam aufbauende Webseite kein zweites Mal besuchen würden.

Für mobile Endgeräte ist das Ergebnis für langsame Webseiten sogar noch dramatischer. Bei diesen gelten 1,5 Sekunden Ladezeit bereits als Höchstmaß. Alles darüber hinaus führt zu massiven Absprungzahlen, da Nutzer erwarten, die Seite mit sofortigen Klick zu sehen.

Wie gut das Produkt auch sein mag oder welchen Content und Mehrwert eine Seite bietet, wird an dieser Stelle erst einmal zweitranging. Denn Nutzer, die eine Seite bereits wieder verlassen haben bevor sich diese öffnet, kann man auch nicht mit der Qualität des Angebots überzeugen.

Der Google Crawler & dein Google Pagespeed

Google durchläuft mithilfe eines Bots alle Webseiten, um deren Informationen zu erfassen. Auch hierfür ist deine Ladezeit wichtig. Denn der Crawler priorisiert seine Arbeit anhand der Ladezeit. Je höher die Ladezeit desto seltener werden entsprechende Webseiten gecrawlt. Das ist ein weiterer Faktor, der sich für langsame Seiten negativ auf das SEO Ranking auswirkt.

Wie verkürzt du die Ladezeit?

Im Folgenden zeige ich dir ganz konkret, welche Schritte du unternehmen kannst, um deine Ladezeit deutlich zu verbessern.

WordPress Ladezeiten optimieren

Solltest du WordPress nutzen, habe ich bereits einen Artikel mit den 10 wichtigsten Tipps zur Optimierung der Ladezeit geschrieben. So kannst du den Google Pagespeed um ein vielfaches verbessern und hat positive. Den Artikel für bessere Speed Auswirkungen findest du hier: https://philipp-pistis.de/tipps-wordpress-ladezeit-optimieren/

Einrichtung einer schnellen DNS-Verbindung

Damit eine Webseite gefunden werden kann, wird jede Domain in Form einer IP-Adresse ausgedrückt. Diese besteht immer aus 4 Zahlen zwischen 0 und 255, die durch Punkte getrennt werden. Diese Aufgabe übernehmen DNS-Server.

Dieser Prozess lässt sich dadurch beschleunigen, dass schnellere DNS-Server verwendet werden. Kostenlose Varianten sind dabei zum Beispiel der Google-Server mit der IP 8.8.8.8 oder der Server von Cloudflare mit der IP 1.1.1.1

Nutze ein Content Delivery Network (CDN)

Dies ist ein Tipp für diejenigen, für die es wichtig ist, dass die Webseite global erreichbar ist. Denn die Ladezeit ist auch vom Standort abhängig, von dem diese abgerufen wird. Je weiter weg diese vom Rechenzentrum deines Webservers entfernt aufgerufen wird, desto schlechter ist die Ladezeit, da die Anfrage über mehr Knotenpunkte geschickt wird.

Mit einem CDN wird deine Webseite in einem Netzwerk zwischengespeichert, sodass weniger Knotenpunkte abgefragt werden müssen. Da dieser Vorgang aber mit Kosten verbunden ist, sollte vorher der Nutzen abgewogen werden. Für Betreiber einer Webseite, die nur den deutschen Sprachraum nutzen, ist die Verwendung überflüssig.

Verwende HTTPS

Viele Ladezeitenmaßnahmen und auch Sicherheitsmöglichkeiten entstehen erst durch für Verwendung eines SSL-Zertifikats. Dieses sorgt für Sicherheit, eine bessere Nutzererfahrung und verbessert auch das SEO-Ranking. Solltest du noch kein Zertifikat verwenden, solltest du dies ändern und dir schnellstmöglich ein SSL-Zertifikat zulegen.

Nutze serverseitiges Caching

Indem man häufig angefragte Daten in einem Cache auf dem eigenen Server speichert, können Ladezeiten enorm reduziert werden. Zum Beispiel, wenn ein Nutzer mehrere Artikel auf deiner Webseite lesen will, können so die Ladezeiten für weitere Artikel nach dem ersten Seitenaufruf deutlich beschleunigt werden, weil die Daten nicht erneut abgerufen werden müssen.

Serverseitiges Caching lässt sich in den Einstellungen nahezu jeder Webserver-Software aktivieren. Gegebenenfalls kannst du aber auch bei deinem Host nachfragen.

Auch Browser-Caching verbessert die Ladezeit

Beim Browser-Caching werden die Elemente deiner Webseite nicht wie beim serverseitigen Caching auf deinem Webserver gespeichert, sondern wie es der Name sagt, im Webbrowser. Auf diese Weise müssen die Inhalte deiner Webseite beim erneuten Abruf der URL nicht nochmal neu geladen werden.

GZIP Komprimierung

Je kleiner Daten sind desto schneller können diese gesendet werden. Auch der Code für die Darstellung ist da keine Ausnahme. Es ist dasselbe Prinzip wie bei einer Zip-Datei. Der Code wird durch eine Komprimierung verpackt und im Browser wieder entpackt.

Zwar wird zur Komprimierung Rechenleistung des Webservers benötigt, aber in den meisten Fällen überwiegt die Verkleinerung der Datengröße die Rechenleistung bei weitem. Schau dir dazu also an, wie du GZIP aktivierst.

Verwende HTTP/2 anstatt HTTP/1.1

Mit HTTP/1.1 ist es so, dass alle Dateien einer Website nacheinander über eine jeweils eigene Verbindung heruntergeladen werden. Wenn du stattdessen auf das Protokoll HTTP/2 wechselst, können alle diese Daten mit einer einzigen Verbindung und nach einer bestimmten Priorisierung gleichzeitig heruntergeladen werden. Von daher ist zum Zweck der Optimierung der Ladezeit ganz klar HTTP/2 zu empfehlen.

Bilder komprimieren

Fast auf jeder Webseite ist es so, dass die Bilder den größten Teil der Downloadgröße ausmachen. Es ist also mitunter einer der wichtigsten Punkte, was die Ladezeitoptimierung angeht, besonders bei Onlineshops, die eine Vielzahl von Produkten mit Bilder bewerben.

Zunächst solltest du noch einmal überlegen, welche Bilder überhaupt wirklich nötig sind und welche du getrost entfernen kannst. Alle anderen Bilder, die du verwenden musst, sollten unbedingt für die Webnutzung optimiert sein.

Grundregel ist: Hochwertige Fotos sollten als JPEG-Datei und einfache Grafiken als PNG-Datei gespeichert sein.

Mit Bildbearbeitungssoftware kannst du deine Bilder vorher komprimieren. Photoshop oder auch Gimp bieten dazu die Funktion „für Web speichern“.

Im Quellcode deiner Seite sollten immer die Maße mit angegeben sein, sodass der Browser diese Maße nicht selbst berechnen muss.

Außerdem solltest du alle Zusatzinformationen, Metatags und Exif-Daten entfernen, wenn du diese nicht benötigst.

WebP als Bildformat

WebP ist ein noch recht neues Bildformat, welches von Google entwickelt wurde. Dieses ist ein Stück effizienter als die altbekannten Formate. Bisher unterstützt jedoch nicht jeder Browser das Format, sodass du noch Alternativen in deinem Quellcode angeben solltest, falls der Nutzer einen Browser verwendet, der WebP nicht unterstützt.

Responsive Design & Google Pagespeed

Desktop Geräte haben meistens eine stabile Internetverbindung und große Monitore. Nutzer dieser Geräte erwarten also meistens hochauflösende Bilder und hohe Qualität.

Mobilgeräte hingegen mit kleinen Bildschirmen und sehr schwankenden Bandbreiten hingegen haben ganz andere Ansprüche. Hier geht es nicht um hochauflösende Qualität, sondern darum, die Seite überhaupt zu erreichen.

Berücksichtige also in deinem CSS Code das Endgerät des Nutzers. Dies ist nicht nur für den Google Pagespeed entscheidend. Responsives Design ist sowieso eine Schlüsselfunktion in der heutigen Onlinewelt.

Lazy Loading

Lazy Loading ist eine Methode, Inhalte einer Seite erst zu laden, wenn diese für den Nutzer auch sichtbar sind. Das ist zum Beispiel für Webseiten wichtig, die besonders lang sind. Erst wenn der Nutzer herunterscrollt, wird der weitere Inhalt geladen. So können Inhalte viel schneller dargestellt werden.

Nutzt du Google beispielsweise am Smartphone kommt ebenfalls eine Variante von Lazy Loading zum Einsatz. Über den Button „Weitere Ergebnisse“ werden die nächsten Suchergebnisse erst geladen, wenn du diesen Button anklickst.

Räume deinen Quellcode auf

Ein Browser, der eine Webseite öffnet liest Zeile für Zeile den Quellcode aus. Ein einzelner Kommentar oder einige überflüssige Leerzeichen werden dabei die Ladezeit nicht wirklich beeinträchtigen. Aber über viele hundert Zeilen Quellcode sammeln sich eine ganze Menge Zeichen an, die für die Darstellung der Seite unwichtig sind.

Du kannst mithilfe von Programmen deinen Quellcode so minimalisieren, um den optimalen Google Pagespeed rauszuholen. Lege dir zuvor aber immer eine Sicherheitskopie deines Quellcodes an, weil dieser nach der Minimalisierung für einen Menschen kaum noch lesbar ist.

Verzichte auf externe Skripte

Externe Skripte sind ein Risiko für die Ladegeschwindigkeit. Denn diese sind von der Geschwindigkeit des externen Servers abhängig. Sollte dieser nicht erreichbar sein oder andere Probleme haben wirkt sich das auf deine Seite aus.

Vermeide also wenn möglich Sharebutton oder Trackingcodes und binde Skripte direkt auf deinem Webserver ein, anstatt auf externen Quellen. Wenn du dennoch Trackingcodes verwenden möchtest, achte darauf, dass diese asynchron sind. Das heißt, dass die Codes erst nachträglich geladen werden, sobald die Webseite vollständig aufgebaut ist.

Auslagerung von JavaScript & CSS

JavaScript und CSS verursachen eine Menge Quellcode. Je mehr Quellcode desto länger lädt eine Seite. Um also den vorhandenen Quellcode zu reduzieren, können CSS- & JavaScript-Dateien ausgelagert werden. Sie werden dann in einem Dokument zusammengeführt. Dafür ist dann nur noch ein Abruf nötig. Wenn der Browser die Datei in den Cache lädt, kann die Ladezeit nochmals reduziert werden.

Ich hoffe, diese 15 Tipps konnten dir bereits weiterhelfen. Wenn du noch weitere Hilfe benötigst, kontaktiere mich einfach. Ich werde mir deine persönliche Situation gern anschauen. Mittlerweile habe ich bereits bei über einhundert Seiten die Ladezeit signifikant verbessern können.

Tipps zur Ladezeitoptimierung auf einen Blick:

  • Vermeide überflüssige Daten, unter anderem Hintergrundbilder, Slider, Plugins, JavaScripts.
  • Nutze eine schnelle DNS-Verbindung
  • Globale Unternehmen sollten CDN nutzen
  • Stelle Daten möglichst im eigenen Webspace zur Verfügung anstatt diese aus externen Quellen zu laden
  • Optimiere deine Datenbanken und räume diese regelmäßig auf
  • Minimiere HTML
  • Lagere JavaScript und CSS aus
  • Beachte das Format und die Größe deiner Bild & Videodateien. Komprimiere Bilder und nutze WebP als Bildformat.
  • Entferne unnötige Caching Daten
  • Verwende GZIP
  • Nutze serverseitiges Caching & Browsercaching
  • Bedenke responsives Design
  • Verwende HTTP/2 anstatt HTTP/1.1
  • Nutze Lazy Loading

Überprüfe die Ladezeit regelmäßig!

Googles Rankingfaktoren ändern sich regelmäßig. Wer heute noch ein Topranking hat, kann dieses morgen wieder verloren haben. Von daher heißt eine SEO-Regel: Überwache die wichtigsten Rankingfaktoren.

Dazu gehört es auch immer wieder einen Blick für den Google Pagespeed zu haben. Vor allem nach der Aktualisierung von Webseiten sollte der Speed überprüft werden. Aber auch ohne dein eigenes Zutun kann sich die Ladezeit verändern. Am besten nutzt du dafür das Google Pagespeed Tool Pagespeed Insights.

Mit Google Pagespeed Insights kannst du die Ladezeit deine Website prüfen und gegebenenfalls auch optimieren. Teste das Programm einfach mal aus.

Fazit – Page Speed Auswirkungen auf das SEO Ranking

Neben dem SEO Ranking hat die Ladegeschwindigkeit deiner Webseite vielfältige Vorteile. Schnelle Webseiten vermitteln Professionalität, das Nutzererlebnis wird deutlich verbessert, der Google Crawler arbeitet besser etc.

Große Wirkung von Speed deiner Webseite können schon durch wenige kleine Schritte erzielt werden. Denn sobald der Flaschenhals gefunden ist, der die Webseite ausbremst, kann dieser behoben werden und Ladezeiten verbessern sich signifikant.

Letztlich hängt der Erfolg im Onlinegeschäft eng an der Ladegeschwindigkeit. Im Einzelfall gibt es viele Stellschrauben und um das maximale aus einer Webseite heraus zu kitzeln, ist eine professionelle Expertise nötig. Brauchst du Hilfe bei der Optimierung deiner Ladezeit? Dann melde dich bei mir und ich nehme mir die Zeit, deine persönliche Situation zu begutachten.

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Über den Autor

Philipp Pistis ist seit 2009 Webdesigner und Programmierer. Er hat mit seinem Team bereits über 300 WordPress Projekte erfolgreich umgesetzt und teilt sein Wissen hier auf diesem Blog.

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